Dienstag, 27. Juni 2017

Für Einsteiger: Kurzinfo geplante überproportionale Verdichtung Blücherstr. 26, Berlin Kreuzberg




Partizipation ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass man überhaupt eine nachhaltige Stadtentwicklung erreichen kann 

   Für ein Projekt mit Wohnungen für soziales Wohnen und gegen maßlose Verdichtung und Zerstörung der Stadtnatur
Erhaltung des May/Rossow-Ensembles 

Aktuell: Der Einwohnerantrag wurde von der BVV einstimmig angenommen. Jetzt heißt es wachsam sein, ob er auch tatsächlich vom Bezirksamt umgesetzt wird. Wir erwarten einen konkreten Umsetzungsvorschlag und haben Herrn Florian Schmidt  unsere Mitarbeit daran angeboten.  

  
Geplant: Die Blücher 26 Housing GmbH, aufgeteilt zwischen Jugendwohnen im Kiez e.V. (1/3) und Vita e.V. (2/3), will auf dem Grundstück Ecke Blücher-/Schleiermacherstr. fünf zusätzliche Gebäude auf dem zum Gesamtensemble gehörenden Parkgelände und z.T. auf dem öffentlichen Spielplatz errichten.
Der Baunutzungsplan soll dabei um gut 70% überschritten werden.
(Bestandsgebäude: von Architekt und Stadtplaner Ernst May, in Zusammenarbeit mit Gartenarchitekt und Landschaftsplaner Walter Rossow; das Ensemble, ursprünglich Altenwohnheim mit dem Altenpflegeheim (jetzt House of Life), war ein Geschenk der Neuen Heimat an die Stadt Berlin)

Laut Expertise von Architekten und Landschaftsplanern würde der Großteil der Bäume respektive weiterer Grünbestand dem Bauprojekt zum Opfer fallen (z.T. für Baustraßen); es würden nur Restflächen übrig bleiben.

Bewohner_innen des Bestandsgebäudes fürchten um den zu ihren 28 qm kleinen Wohnungen gehörenden Freiraum und ihr Gebäude, dessen 2012 angekündigte Sanierung auf das Jahr unbekannt verschoben wurde.

Die Bauplanung erfolgte nachweislich ohne vorherige Baumbestandserhebung und ohne Einbeziehung von Umweltdaten und Klimaschutzaspekten. Sie widerspricht, v.a. in ihrer Massivität, der Einstufung Kreuzbergs als "stadtklimatisches Sanierungsgebiet" (siehe Umweltatlas, Senat).

Der Bezirk hat ca. 3/4 höhere Baumassen genehmigt als im Baunutzungsplan für das Grundstück festgelegt.
Unser Anwalt hat den Vorbescheid als rechtswidrig eingestuft.
Wir vermuten (eine verlässliche Antwort war nie zu bekommen), dass auch der Anteil der versiegelten Fläche, laut Baunutzungsplan nur 30%, weit überschritten wird.

Über die spätere Nutzung der Gebäude lassen die Investoren die Öffentlichkeit im Unklaren.
Wir fürchten eine Gentrifizierung des Gebietes. Eins ist klar, die tatsächlich geplante Fläche von 10.000 m² entspricht nicht dem bisher genannten Bedarf für das soziale Wohnen.
Schreiben an die Bürgermeisterin
Unsere Fragen nach bestehenden Bindungen für die Nutzung des Grundstücks und die weitere Bebauung wurden nie beantwortet.

Wir haben eine Petition beim Abgeordnetenhaus eingereicht.

Für unseren Einwohner_innenantrag haben wir  die Unterstützung der meisten politischen Parteien in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg. Wahlprüfsteine.
Der Antrag, den über 1800 Bürger unterschrieben haben, ist von derr BVV angenommen worden. vor.
http://kiezerhalten.blogspot.de/2017/03/einwohnerantrag-zur-blucherstr-26-am-05.html

Unterstützt wird die Erhaltung des May/Rossow-Ensembles auch durch eine Gruppe von Experten, May-Forscher Florian Seidel, ExSenator Thomas Flierl u.a., die den Schutzgedanken für die Gebäude und die Außenanlagen betonen
Initiative zum Erhalt des Ensembles

sowie durch den BUND für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e. V.
Unterstützerbrief BUND

Die BVV hat
- eine Rückkehr zu anfänglich viel zurückhaltenderen Planungen,
- den Erhalt des Spielplatzes auch in seiner QUALTITÄT und
- ein einzurichtende Bürgerbeteiligung beschlossen im Februar.

Entgegen der Wahlversprechen von 2011 und 2016, wurde das in der letzten Legislaturperiode vom grünen Baustadtrat ignoriert (trotz bereits erfolgter Missbilligung seiner Amtsführung u.a. aus Gründen der Missachtung von BVV-Beschlüssen), die BVV habe ihm nichts zu befehlen (O-Ton 3. Infoveranstaltung).

Inzwischen gibt es eine neue Besetzung der Ämter für Stadtentwicklung und für Umweltschutz. Leider ist der neue Stadtrat, Herr Schmidt, bisher auch nicht tätig geworden und hat die Beschlüsse der BVV zur Bürgerbeteiligung umgesetzt, obwohl die Bürgerbeteiligung seiner Bewerbung zur Folge ein Schwerpunkt seiner Arbeit sein sollte.

Dafür ist in der letzten Ausschusssitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 31.05.2017 unser Einwohnerantrag und ein Zusatzantrag der SPD-Fraktion, der sich auf das durchzuführende Verfahren bezieht, angenommen worden. Leider wurde der wichtige Zusatzantrag der SPD in der BVV abgelehnt.

Weitere Informationen: siehe
kiezerhalt.wordpress.com
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Fotos Dagmar Ruth Arnold



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